25 Jahre Koronarsportabteilung beim Turnverein Ehringshausen

Für 30 Patienten aus dem Lahn-Dill-Kreis schlägt ihr Herz für den Sport

Vor einem Vierteljahrhundert riefen der damalige Vorsitzende der Ehringshäuser Turner, Ferdinand Berneaud, und der Ehringshäuser Allgemeinmediziner Dr. Manfred Geis die Koronarsportgruppe des Turnverein 1949 e.V. Ehringshausen ins Leben. Gleichzeitig entstand die neue Abteilung "Koronarsport" und lies den heute über 1000 Mitglieder starken Verein auf über 20 Abteilungen ansteigen.

Damals, zu Zeiten der Übungsleiterinnen Sandra Dreuth, Ellen Langlouis und Andrea Rühl, wie heute ist das Ziel der Ehringshäuser Gruppe, mit einem speziell abgestimmten Training Menschen mit einem Handicap am Herzen gesundheitlich zu stärken und sportlich fit zu halten. Dafür treffen sich einmal die Woche über 30 Turner unter der Leitung der speziell geschulten Übungsleiterinnen Waltraut Berneaud und Doris Schleifer in der Großsporthalle der Dillgemeinde.

Mit dem Tod ihres Ehemannes übernahm Waltraut Berneaud 2011, als Übungsleiter Peter Dietz noch die Gruppenaktivitäten koordinierte, die Leitung der Abteilung "Koronarsport". Die Abteilungsleiterin fasst zusammen: "25 Jahre, eine lange Zeit, wo koronarerkrankten, genesenden und in seelische Not geratenen Menschen durch REHA-Sport das weitere Leben geebnet wurde". Oberstes Gebot sind von der ersten Stunde an neben gezieltem Sport, Gruppendynamik und Menschenkenntnis auch Fingerspitzengefühl und Vertrauen.

"Die Gründung der Gruppe vor 25 Jahren war mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden und nur mit dem Einverständnis und der Mithilfe aller Krankenkassen und dem Hessischen Behinderten- und REHA-Verband (HBRS) in Fulda möglich", erinnert sich die Abteilungsleiterin. Bevor es jedoch losging, musste aus Vereinsmitteln nicht nur ein Medikamentenkoffer und ein Defibrillator angeschafft werden, sondern auch fachkundige Übungsleiterinnen beim Fachverband ausgebildet werden. "Die Fachausbildung, die sogenannte B-Lizenz, muss noch heute alle zwei Jahre in Verbindung mit Fortbildungsmaßnahmen verlängert werden", betont Berneaud. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen zertifiziert der HBRS einen Verein über die Fachübungsleiter dann für die Angebote im "Koronarsport" und "Innere Medizin".  

Schon in den ersten Jahren erklärten sich heimische wohlwollend Ärzte bereit, die sportlichen Aktivitäten zu betreuen. "Das heute sechsköpfige Ärzteteam vermittelt Patienten über die Krankenkassen an uns", erklärt Berneaud und fügt hinzu, dass somit eine ärztliche Verordnung zum Mitmachen Pflicht ist. Die Aufgabe des Mediziners ist es im Blick zu haben, dass es kein Herzpatient mit den sportlichen Aktivitäten übertreibt und sollte doch einmal das Unverhofft eintreten, dann leisten die Mediziner schnellstens Hilfe und alarmieren auch den Rettungsdienst. "Hierzu ist es in den 25 Jahren aber noch nicht gekommen", so Berneaud und führt als weitere vom HBRS geforderte Pflichtvoraussetzung das Vorhandensein einer telefonischen Erreichbarkeit auf. "Als wir vor 25 Jahren anfingen, machte uns das Telefon noch Probleme, doch da die Halle auch von der Gesamtschule genutzt wird, wurde über deren Hausanschluss ein Telefon installiert", erinnert sich Berneaud.

Heute treffen sich die Patienten einmal pro Woche zu einem einstündigen Training, bei dem sie nicht nur über ihren Gesundheitszustand sprechen und über Messwerte genauestens Buch führen, sondern machen Ballspiele, Gymnastik und Übungen fürs Gedächtnis. "Beim Koronarsport ist die Ausgewogenheit wichtig", betont Doris Schleifer und gibt zu verstehen, dass der Herzmuskel zwar trainiert werden muss, doch eine zu große Anstrengung schädlich ist. Das Übungsleiterinnen-Duo und Helfer Karl-Heinz Jäger kennen ihre Patienten und wissen genau, wann sie wen bremsen müssen.

Natürlich wird neben der Gesundheit und sportlichen Fitness auch die Geselligkeit großgeschrieben. Bei gemeinsamen Ausflugsfahrten und Grillfeiern haben die Ehringshäuser schon so manch gesellige Stunde miteinander verbracht.