Zwischen den drei Gemeinden Eiterfeld, Schenklengsfeld und Hohenroda befindet sich der höchste Berg der Kuppenrhön, der Soisberg, mit 630 m Höhe im hessischen Teil des Biosphärenreservates Rhön. Der ehemals aktive Vulkankegel besitzt heute eine besondere Flora, die besonders im zeitigen Frühjahr Naturliebhaber zu Wanderungen rund um die Kuppe verleitet.

Bereits vor langen Zeiten wurde auf dem Berg ein Holzturm errichtet, der Besuchern eine herrliche Aussicht auf die Ortschaften des hessischen Kegelspieles (der Name entstand aus den neun Vulkankegeln, die in unmittelbarer Nachbarschaft liegen und von denen der Soisberg der höchste ist) ermöglichte, aber auch Blicke in die Hohe Rhön und den Thüringer Wald.

Durch die weiter gewachsenen Bäume rund um den 15 m hohen Turm wurde die Aussicht allerdings immer weiter eingeschränkt und der Zahn der Zeit nagte am Holz des Turmes, bis er schließlich unbegehbar und gesperrt wurde.

Bürger aus den umliegenden Orten initiierten schließlich 1997 eine Bürgerinitiative, die einen Neubau des Turmes forderten und förderten. Da inzwischen der Soisberg zum Biosphärenreservat Rhön gehörte und unter Naturschutz steht, gestalteten sich die Wünsche der Bevölkerung als sehr schwierig, einen Neubau des Turmes durchzusetzen. Viele Termine und Gutachten wurden notwendig, bis die BI Soisbergturm, die mittlerweile über 1.000 Mitglieder hat, schließlich mit Unterstützung der drei Gemeinden einen Kompromiss eines naturverträglichen Konzeptes gefunden hat und die Genehmigung durch das RP Kassel erreichten.

Jetzt mussten noch Förderung und Finanzierung auf feste Füße gestellt werden. 350.000 Euro sollte der neue Turm aus Stahl und Holz kosten. 150.000 Euro gewährten das Land Hessen und die EU. Die Bürgerinitiative sowie die umliegenden Gemeinden lasteten sich den restlichen Betrag auf. Außerdem gab es noch einen Zuschuss von den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Fulda.

Am 3. Oktober 2003 konnte nun endlich das offizielle Richtfest gefeiert werden.

Der jetzt 25 Meter hohe Turm in Stahlbauweise mit Holzverkleidung konnte für Besucher frei gegeben werden. 110 Stufen führen auf den neuen Turm, die von Privatleuten und Gruppen für je 150 Euro "gekauft" werden konnten.

Von oben bietet sich den Besuchern ein herrlicher Rundblick auf die Kuppenrhön mit seinen schönen Ortschaften (allen voran Soisdorf), aber auch der Blick zur Wasserkuppe, Milseburg und Kreuzberg (bayerische Rhön) sind ebenso möglich wie Ausblicke zum Inselsberg im Thüringer Wald oder in nordwestlicher Richtung ins Knüllgebirge. Bei gutem Wetter ist sogar der Herkules bei Kassel sichtbar.

Der Panorama-Rundweg auf halber Höhe ist selbst für weniger sportliche Besucher mit herrlichen Ausblicken über Wiesen und Weiden zur Rhön hin ein besonderes Erlebnis. Die Besucher zum Turm werden auf neu ausgeschilderten Wegen, die abseits von kritischen naturrelevanten Zonen liegen, zur Kuppe geführt. Trotzdem ist die Zeit des Frühjahres, in der der Wald im unteren Bereich über und über weiß durch Anemonen ist, während der höher gelegene Abschnitt vom Hohlen Lerchensporn in den Farben rot, weiß und blau leuchtet, für alle Besucher ein Erlebnis. Im Juni findet man in dem Laubwald große Bestände von Türkenbundlilien, die für interessante Farbtupfer in dem nun schattigen Hochwald sorgen.

Anbei der aktuelle Flyer zum Soisbergturm (bitte anklicken):
Soisbergturm_Flyer