Chronik

Der Verein in den ersten Anfängen bis zum 2. Weltkrieg


Nachdem bereits im Kreis Jülich eine Reihe von Ortschaften die Gründung eines Fußballvereins vollzogen hatten, gelang es einigen sportlich begeisterten Männern im Jahre 1919 zur Gründung zu schreiten. Es war am 5. Juli 1919 als sich 41 Männer zur Gründung des Vereins entschlossen. Von diesen unterschrieben 23 als aktive und 18 als inaktive Mitglieder. Der eigentliche Gründungsakt war schnell vollzogen. Nun mußte aber der junge Verein seinen Weg der Bewährung antreten. Da gab es eine Reihe von Hindernissen, die sich ihm in den Weg stellten und die man sich, gerade in der heutigen Zeit, vor Augen führen sollte. Als die beiden Hauptprobleme stellten sich die Platzfrage und die Gerätebeschaffung heraus. Wo sollte man spielen, wenn man keinen Platz besaß? Womit sollte man spielen, wenn man keinen Ball besaß?

Aber es wurde gespielt und man freute sich. Immer wieder wußte man sich Rat. Man liest heute gerne nach, daß sich ein Sportkamerad bereit erklärte 70,-- Mark vorzustrecken, damit der Verein in den Besitz eines Balles kam. Freuen muß man sich auch darüber, daß diesem Kameraden der Betrag auf Heller und Pfennig wieder zurückerstattet wurde.
Als das größte Problem gestaltete sich die schon erwähnte Platzfrage. Dem Verein stand also kein Platz zur Verfügung. Nach langen und schwierigen Verhandlungen wurde das erste Spiel auf der Wiese bei Wirtz im Clasend ausgetragen. Heute noch fühlt sich der SV zu Dank verpflichtet, daß durch Bereitstellung der Wiese es überhaupt möglich war, mit den Spielen zu beginnen. Die Wiese wurde durch das Spielen sehr in Mitleidenschaft gezogen. So war es auf die lange Sicht nicht möglich, diese weiter zu benutzen.

Aber man fand schließlich wieder einen Ausweg nach dem Motto: Geteilte Last ist halbe Last. In Höllen erklärte sich der Gutsbesitzer Behr bereit, eine Wiese zur Verfügung zu stellen. Nachdem hier einige Zeit gespielt worden war, stellte sich wiederum das schon vorher erwähnte Problem der starken Abnutzung bzw. Strapazierung wieder ein. Der Verein versuchte es immer wieder, eine Wiese zu erhalten. Als letzter Ausweg fand sich ein Stoppelfeld. Dabei trug sich nun im Jahre 1923 folgendes Ereignis zu: Nach Rückfrage mit dem Eigentümer eines abgeernteten Kleefeldes gestattete dieser, auf dem Acker zu spielen. Eine Studentenmannschaft war zum nächsten Spiel eingeladen worden. Auf dem vorgesehenen Spielfeld aber standen noch etwa 40 Heureiter, die weggeschafft werden mußten. Kurz entschlossen faßten die Spieler zu und trugen die Heureiter zur Seite.
- Ist das auch heute noch möglich, wo  schon die Markierung unseres Platzes erhebliche Umstände erfordert? -

Darauf ging das Spiel los. Die Rödinger Bauernjungen ließen sich keineswegs das Fell über die Ohren ziehen und gewannen mit 2:1. Den Spielern gereichte der Sieg zur besonderen Freude ob der vorausgegangenen Mühe und Sorge. Die Erschwernisse hinsichtlich der Platzfrage aber wurden dem Verein auf die Dauer zu viel. Man trat an die Gemeinde heran und verhandelte mit ihr über dieses Problem. Es war eine lange und schwierige Angelegenheit, die Verhandlungen zu einem guten Abschluß zu führen. Endlich wurde dem Sportverein das Gelände am Hundsbüchel zugewiesen. Dieses aber befand sich in einem erschreckenden Zustand. Fast 1000 cbm Erde mußten bewegt werden. Die Zuckerfabrik Ameln stellte für diese Arbeiten die Loren zur Verfügung und wurde durch die Gemeinde dafür mit Sand entschädigt. Der Einsatz aller Sportskameraden war vorbildlich. Gegen Ende des Jahres 1923 war es dann soweit. Der Platz konnte fertiggestellt werden und wurde eingeweiht. Aus diesem Anlaß nahmen die Dürener Vereine, Sielverein und Sportclub, an den Spielen teil. Die Vereine spielten gegen kostenlose Hin- und Rückfahrt und wurden lediglich in Form eines Sackes Weizen entschädigt. Es war die Zeit der Inflation. Die Stadtspieler hatten Hunger. Die Verpflegungsfrage wurde dadurch gelöst, daß der Gutsbesitzer Reif das Fleisch eines Fohlens zur Verfügung stellte.

Als ein weiteres Problem gesellte sich in der Aufgabe der Beschaffung von Trachten hinzu. Fußballschuhe gab es zunächst noch keine. So spielte man dann mit einer eigenartigen Schuhmischung. So trug zum Beispiel der rechte Läufer am rechten Fuß einen Arbeitsschuh und am linken seinen Sonntagsschuh.
Die Frauen der Spieler fertigten diesen die Hosen und Blusen an. Nicht selten soll es vorgekommen sein, daß man in der Unterhose gespielt hat. Das war nicht so tragisch, die Hauptsache war, man spielte.

Langsam entwickelte sich nun ein normaler und regulärer Spielbetrieb, was vor allem dem wachsenden Interesse der der Bevölkerung und dem Beitritt zum Westdeutschen Spielverband zuzuschreiben war. Bis vor dem zweiten Weltkrieg verlief der  Spielbetrieb in guter Harmonie untereinander und gegeneinander. Viele Sportfeste wurden besucht. Alle diese Ereignisse hier aufzuführen, würde zu weit gehen. Der Beginn des zweiten Weltkrieges unterbrach zwar nicht den Spielbetrieb - man spielte schließlich bis Anfang 1945 noch mit einer Jugendmannschaft -
wenn man auch vor außergewöhnliche Schwierigkeiten gestellt wurde. Die Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind recht dürftig und unseren Ausführungen erspart geblieben.


Frohe und erste Ereignisse aus der Zeit nach Beendigung des zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart

Wie konnte es auch ander sein.Ein richtiger Sportler versagt nie.Wie aus dem vorliegenden Protokollbuch hervorgeht, wurde im Jahre 1945 im Verein wieder tüchtig und zielstrebig gearbeitet.Man beriet schon kurz nach dem Kriege über Spielbetrieb, Platzfragen und auch über Vergnügungen, die den Spielern zum Dank gereichen sollte.Gerne sei vermerkt, daß es sich bei den damaligen aktiven Sportskammeraden fast ausschließlich um Kriegsteilnehmer handelte, die besonders eifrig am vereinsmäßigen Geschehen teilnahmen. Leider wechselte von 1945 bis 1952 sehr oft der Vorsitzende, was sich nicht immer zum Vorteilfür den Verein auswirkte.

Als Vorsitzende nach dem Zweiten Weltkrieg fungierten:

Esser Matthias , Laut Gerhard, Weitz Ferdinand, Clemens Josef, Reuter Andreas, Bücker Andreas, Bücker Wilhelm, Samans Günter, Röhrbein Christian, Schnitzler Franz, Kloth Leo, Ochsenfort Manfred, Pingen Karl, Dr. Czjaja Georg, Hintzen Wilhelm, Reuter Ludwig, Dahlmann Josef,
Dinslaken Heinrich und seit dem 31.10.2007 Ochsenfort Bernd.

Unter der Leitung der o.a. Vorsitzenden erlebte der Verein manche beglückende Stunde. Der Verein erlebte eine wahre Blütezeit. Wer erinnert sich nicht mehr an die schönen Spiele gegen Alemania Mariadorf, Aachen Forst, Schwarz Rot Aachen, Aprath Wülfrath, Marathon Remscheid u.s.w. an die Eingliederung in die höchste Spielklasse unserer Kreisgebietes, an die Gründung einer Damenhandballmannschaft, an die Ausrichtung von Weihnachtsfeiern, an die Gründung einer Karnevalsgesellschaft oder an die Abhaltung aller Feste innerhalb unseres Dorfes.
Die Ereignisse lösten sich gegenseitig ab. Aufstieg in die Beziksliga, Ausbau des Sportplatzes, Bau eines Sportjugendheimes und Anschaffung einer neuen Vereinsstandarte. Jahrelang spielte man in der Berzirksliga, abwechseld in der Dürener, Bergheimer und Rur - Wurmer - Gruppe und verschaffte sich dadurch unzählige Freunde.Ein besonderes Ereigniss soll in diesem Zusammenhang erwähnt werden . Der 12 Juni 1954,
also in dem Jahr, in dem der Verein sein 35 jähriges Jubiläum hatte,  brachte uns eines der frohensten
 und schönsten Ereignisse. Nach langer, mühevoller Kleinarbeit war es dem damaligen Vorstand unter dem Vorsitz eines jungen Sportkammeraden gelungen, neben der Anschaffung einer neuen Vereinsstandarte, neben dem Ausbau des Platzes, ein Sportjugendheim zu errichten.Wer denkt nicht zurück an die schöne Feierstunde, als an diesem Tage die feierliche Einweihung der Standarte und des Sportheimes unter Beteiligung der Geistlichkeit, der Behörden, der Schule und der Sportvorstände vollzogen wurde. Der Vorsitzende des Kreissfussballausschusses Jülich überreichte damals die Schlüssel des Heimes an den Vorsitzenden mit folgenden Worten:,, Möge in dieses Sportjugendheim echter Sportlergeist hineingetragen werden!`` Wir hatten ein Sportjugendheim und eine neue Vereinsstandarte, auf die wir alle stolz waren, weil sie ein beweis für echte Sportlertradition in sich birgt.
Ein schwerer Rückschlag, der in jedem Verein vorkommen kann, hatten wir kurz nach dem 40jährigen Vereinsjubiläum zu verzeichnen.Neben dem Abstieg aus der Bezirksliga im Jahre 1960 gesellte sich im Jahre danach auch noch der Abstieg aus der ersten Kreisliga hinzu.
Dank des Vorstandes und einigen Betreuern hatte man aber beim 45jährigen Jubiläum das Ziel wieder erreicht. Die erste Mannschaft des Vereins stieg in die 1.Kreisklasse auf.Wenn auch zwei Jahre der Aufstieg knapp verpaßt worden war - diesmal klappte es besser, die Mannschft wurde ungeschlagen Gruppensieger und Kreismeister.
Aus diesem Grund wurde auch unser 45jähriges Vereinsjubiläum mit zu einem Freudentag für alle Beteiligten.Das Jubiläum sollte neuen Auftrieb und Ansporn geben. Man hatte alle ehemaligen Vereinsmitglieder und alle noch lebenden Gründer des Vereins eingeladen.Recht groß war die Freude, als uns der Schirmherr im Auftrage der Gemeindevertretung einen neuen Sportplatz versprach.
bis zum 50jährigen Vereinsjubiläum erhielt der Verein gewaltigen Auftrieb.Vor allem durch eine Damen - Tischtennis - ind Gymnastikgruppe sowie einer Alten - Herren - Abteilung, die einen regelmäßigen Spielbetrieb aufnahm.Überhaupt ist die AH-Abteilung seit dieser Zeit sehr akiv.
Neben dem Spielbetrieb seit 1964 führt sie auch in jedem Jahr ein AH_Turnier sowie einen Bunten Abend durch, von dem der Reinerlös für einen Altentag bestimmt ist.Jedes Jahr werden die Mitbürgerinen und Mitbürger ab 65 Jahren aus den Ortschaften Rödingen, Höllen, Bettenhoven und Kalrath zu einem Beisammensein eingeladen und bewirtet bis zum heutigen Tage.Eine gute Tat, die nicht nur hier bei uns, sondern auch in weitem Umkreis Anerkennung und Beachtung findet.
Lange Jahre bildeten die ehemaligen Spieler aus der Beziksligazeit das Gerippe dieser Abteilung, die aber laufend ergänzt wurde z.Z. eine stärke von über 30 Mann erreicht hat.
Das 50 jährige Vereinsjubiläum wurde zu einem Freudentag nicht nur für den Verein, sondern auch für die ganze Dorfgemeinschaft, besonders der sporttreibenden Jugend.Am Samstag, den 28 Juni 1969 wurde seitens der Gemeinde, die für ländliche Verhältnisse einmalig schöne neue Sportanlage übergeben. Darüber war der Verein besonders stolz.Ein umfangreiches Sportprogramm wurde abgewickelt und genau auf dem Tag der Vereinsgründung (5.Juli 1919) vor 50 Jahren gedachte man bei einem Festabend dieses ehrenwürdigen Tages. Dazu hatte der Vereinsvorstand auch die noch lebenden Gründer sowie alle ehemaligen Mitglieder eingeladen.Viele Sportkammeraden wurden mit der goldenen und silbernen WFV - Ehrennadel sowie der goldenen Vereinsnadel für ihre lnagjährige aufopfernde Tätigkeit geehrt.


Im Jahre 1971 mußte die erste Mannschaft leider wieder aus der 1. kreisklasse absteigen, weil die vorhandene Spielerdecke einfach zu dünn war.Aber ein Sportler verzagt nicht! Der Vorstand blieb auf mehreren Posten weiterhin zusammen und das war die Gewähr zu einem weiteren erfolgreichen Arbeiten.
Erfreulich war auch, daß ein junger Schiedsrichter (Josef Porta) aus unserem Verein im August 1972 sein 1. Gegionalligaspiel leiten durfte.
Er war jahrelang bei weiteren Einsätzen in der Regionalliga und späteren 2. Bundesliga als Schiedsrichter tätig und wurde darüber hinaus als Linienrichter in der Bundesliga sowie bei verschiedenen Länderspielen eingesetzt.
Groß war auch die Freude des Vereins über die stets wachsende Jugendabteilung und deren Erfolge im Jahre 1973. Erstmalig in unserer Vereinsgeschichte spielte eine Jugendmannschaft um die Mittelrheinmeisterschaft. Der zielstrebende Jugendleiter und seine helfer und Betreuer waren stolz auf die Leistungen der Mannschaft, weil man dadurch nicht nur sportlich, sondern auch finanziel einen schönen Erfolg zu verzeichnen hatte.
Zu erwähnen sei noch, daß auch die Reservemannschaft zur 2. Kreisklasse aufstieg, aber für den verein gewisse Probleme brachte. Gegen Schluß der Saison mußte sie zurückgezogen werden, weil es schwer ist mit 2 - Mannschaften in der gleichen Spielklasse zu spielen. Aber trotzdem war ein gutes Abschneiden der am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften festzustellen. So blieb der Erfolg auch nicht aus, denn in der nächsten Saison schaffte unsere 1. Mannschaft wieder den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Ungeschlagen wurde sie Gruppensieger und Kreismeister !
Leider mußte uns der erfolgreiche Spielertrainer verlassen, aber dem Vorstand gelang es nach einiger Zeit einen gleichwertigen Ersatz für ihn zu finden. Das Ziel war auch klar! Man wollte wieder in die berzirksliga in der wir in den fünfziger Jahren lange Zeit mit Erfolg gespielt hatten.
Zu erwähnen sei noch, saß im Jahre 1975 zirka 20 Jugendliche an der seit Jahren durchgeführten Südtirolfahrt seitens des Kreisvorstandes teilnahmen.
Am 26. November 1976 gründete der Verein eine Radsportabteilung, in der sich 14 ordentliche Mitglieder auf einer Gründungsversammlung eintrugen.Diese Abteilung führt nun seit dieser Zeit in jedem Jahr ( 2009 - die deutsche Meisterschaft der Senioren) ein bundesoffene Radstrassenrennen durch, das sich nicht nur bei den Fahrern aus der ganzen Bundesrepublik, sondern auch bei vielen Zuschauern entlang der schönen Rennstrecke größte Beliebtheit erfreut.
In den letzten Jahren fanden regelmäßig AH_Turniere und Jugendturniere statt und viele Sportfeste wurden besucht und schöne Erfolge erzielt.

Fortsetzung folgt..........