Über den 1. FC Köppelsdof 1910 e.V.

Der 1. FC Köppelsdorf 1910 e.V., ein Traditionsverein in Südthüringen, feiert 2010 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum.

Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts bestanden in Köppelsdorf folgende Vereine:

-          Turnverein 1860 Köppelsdorf

-          Arbeiter Turn- und Sportverein "Germania Köppelsdorf"

-          Sportverein "Hüttensteinach 1920"

-          Radfahrer Sportverein Köppelsdorf

-          1. FC Köppelsdorf 1910

Im Kontrollbuch des Vereinsvorstandes wird auf Seite 171 vom Gründungsjahr 1919 gesprochen. Dies wurde jedoch auf Seite 265 und 268 am 27. Januar dementiert und protokollarisch festgelegt, das am 22. und 23. Mai 1935 das 25-jährige Sportjubiläum gefeiert wird.

Somit entspricht der nach der Wende 1990 im Register eingetragene Vereinsname "1. FC Köppelsdorf 1910 e.V." der Richtigkeit und wir begehen 2010 das 100-jährige Vereinsjubiläum.

Als 1910 der 1. FC Köppelsdorf gegründet wurde, wurde Fußball "An der Steinach", auf gepachteten Wiesen der Großbauern Packert und Seifert gespielt. Erst 1918 konnte mit dem weiteren Ausbau des Sportplatzes begonnen werden.

Es wurde beschlossen, den Sportplatz "An der Steinach" mit einem Bretterzaun zu versehen. Mit Klärung der Finanzierung wurde mit dem Bau begonnen. Erst 1928 wurde der rekonstruierte Sportplatz fertiggestellt und eingeweiht.

Einweihung des Sportplatzes 1928

Beim 1. FC Köppelsdorf spielten zwischen 1910 und 1933 folgende Mannschaften:

-          1. Mannschaft Männer

-          2. Mannschaft Männer

-          3. Mannschaft Senioren und Freizeit

-          1. Mannschaft Junioren

-          2. Mannschaft Junioren

-          div. Knabenmannschaften

Vor 1933 wurde beim 1.FC Köppelsdorf aber nicht nur Fußball gespielt. Es gab auch die

1. Handballfrauen-Mannschaft mit Nachwuchs

1. Handballmänner-Mannschaft mit Nachwuchs.

Ende der 30-ger Jahre waren 250 Personen Mitglied beim 1.FC Köppelsdorf.

Sponsoren waren unter anderem die Porzellanfabriken

-          Ernst Heubach - Köppelsdorf

-          Fritz Hering - Köppelsdorf

-          Armana Marsaille - Köppelsdorf

-          Heubach - Steinbach

-          Schönau - Hüttensteinach

-          Elektroinstallationsbetrieb Gebr. Spindler

In der 1. Vereinsvollversammlung am 04. Februar 1934 wurde der 1. Vereinsvorsitzende Bruno Wagner mit sofortiger Wirkung zum " Vereinsführer" umbenannt.

Anlässlich dieser Vollversammlung gab Bruno Wagner bekannt, dass der Sportplatz "An der Steinach" Eigentum des 1. FC Köppelsdorf ist.

Am 27. Januar 1935 betrug die Vereinsstärke 152 Mitglieder.

Im gleichen Zeitraum wurden die damaligen Länder neu aufgeteilt. Köppelsdorf wurde dem Gebiet   "Süd-Thüringen" zugeteilt, und der 1. FC Köppelsdorf in die 1. Kreisklasse eingeordnet.

Mit der Machtübernahme des "3. Reiches" wurden alle Arbeiter-Sportvereine verboten und aufgelöst.

Der 1. FC Köppelsdorf   jedoch, ein mehrheitlich bürgerlicher Verein, blieb bestehen und profitierte, weil viele Spieler der verbotenen Vereine zum 1. FC Köppelsdorf überwechselten.

Damals spielten folgende Mannschaften:

-          1. und 2. Männermannschaft

-          3. Mannschaft bestehend aus Senioren und Freizeitsportlern

-          1. und 2. Juniorenmannschaft

-          1. und 2. Knabenmannschaft

Nach Kriegsende 1945 kamen wir unter die Verwaltung der "Sowjetische Militäradministration". In den 3 westlichen Zonen entwickelte sich der Sport unter den alten Vereinsnamen weiter. Im Osten wurden die Strukturen geändert. Der Sport wurde in die Verantwortung der Betriebe übergeben, welche auch aus den betrieblichen Fonds die Finanzierung übernahmen. Nach Kriegsende wurden die Betriebe verstaatlicht. Der ehemalige Rüstungsbetrieb "Kurt Peterhänsel" wurde von der "Sowjetischen Militäradministration" als S-A-G-Betrieb unter der Betriebsbezeichnung E.A.K. (Elektro-Apparate-Köppelsdorf) übernommen. Als Generaldirektor wurde ein Sowjetbürger mit Namen Osiadowsky eingesetzt.

Er war ein begeisterter Sportanhänger der darauf bestand, dass alle Sportler seines Betriebes auch Sport im Trägerbetrieb betreiben.

Nach Gründung der DDR 1949 mussten die Fußballer Edgar Lohfelder aus Oberlind, Karl Fichtmüller und Rudi Dombrowsky aus Sonneberg und Heinz Pyrites aus Heinersdorf bei der neu gegründeten BSG "Motor Köppelsdorf" zum Fußball antreten.

Mit ihnen begann das Spieljahr 1951/52 sowohl im Punktspielbetrieb als auch in der Pokalserie der "SV Motor".

Der sportliche Erfolg um den Pokal der "SV Motor" begann mit dem 1. Pokalspiel gegen die Mannschaft "Motor Neuhaus am Rennweg". Das 1. Pokalspiel wurde mit 1:0 gewonnen. Der Weg gegen höherklassige Mannschaften war frei.

Alle Nachfolgenden Gegner wurden besiegt, und zwar:

Motor Köppelsdorf - Motor Wendenschloß Berlin         5:0          in Oberlind

Motor Sömmerda - Motor Köppelsdorf                         2:3          nach Verlängerung

Motor Köppelsdorf - Motor Brandenburg-Süd              6:3          in Oberlind

Motor Köppelsdorf - Motor Jena                                   3:1          in Sonneberg

Motor Nordhausen - Motor Köppelsdorf                        2:3          nach Verlängerung


Die Sensation war perfekt, als die Kreisklassenmannschaft Köppelsdorf im Endspiel um den Motor-Pokal der DDR stand. Endspielgegner war die Bezirksliga-Mannschaft "Motor Leipzig-Kollwitz". Das wurde von der obersten Sportbehörde der DDR als Blamabel gewertet.

Das Endspiel um den "Motor-Pokal" sollte anlässlich der Welt-Jugend-Festspiele im Stadion Berlin an der Kandian-Straße oder in Halle stattfinden. Trotz erheblicher Vereinsproteste ließ die Behörde das Endspiel nicht austragen.

Nachdem der Kreismeister nicht geschafft wurde, ist die Pokalmannschaft zerfallen. Es war nur gut, dass Köppelsdorf eine spielstarke 2. Mannschaft besaß.

Unter einem neuen Trainer wurde eine neue Mannschaft geformt, mit der Zielstellung Kreismeister 1953/54.

1979 wurde durch höheren Beschluss, die "BSG Motor Köppelsdorf" aufgelöst, und auf zwei Trägerbetriebe aufgeteilt. Sternradio Sonneberg erhielt den neuen Vereinsnamen "BSG Sternradio Sonneberg-Köppelsdorf" mit den Sektionen Fußball, Gymnastik, Schach und Tischtennis.

1946 wurde der Sportplatz   "An der Steinach", auf welchem vor Kriegsende Baracken für Ostarbeiter aufgestellt wurden, die dann als Unterkunft für sowjetische Soldaten dienten, durch Hochwasser total zerstört.

Es wurde beschlossen, der "Sportplatz an der Steinach" muss neu errichtet werden.

Es begann die Projektierung und Sicherung der Finanzierung für den Bau eines "Kleinstadions".

Mit Zustimmung der Wasserbehörde, die das Sportgelände zusätzlich als Flutmulde nutzen und ausbauen wollte, begannen bereits 1951 die ersten Arbeiten. Die Einweihung der neuen Anlage, mit Kleinfeldplatz, Stehtribüne und Leichtathletikanlagen erfolgte 1953.

Beginn des Sportplatzbaus 1951

In den 60-er Jahren wurde auf dem Sportplatz das erste bescheidene Vereinsheim mit Umkleideräumen und Sanitäranlagen mit Duschräumen errichtet. Die Beheizung erfolgte durch Kohlefeuerung. Zwei Brände haben diese Anlage allerdings zerstört. Vom Trägerbetrieb "Sternradio Sonneberg" wurde daraufhin ein zu dem damaligen Zeitpunkt neues, modernes Sportlerheim mit Umkleidekabinen, Sanitäranlagen, Gemeinschaftsraum mit Kleinküche und Gasheizung errichtet.

Im Jahre 1970 wurde die Senioren-Mannschaft des 1. FC Köppelsdorf 1910 e. V. von den Sportfreunden W. Schwenk, G. Wölfel und E. Friedrich gegründet.  Von 1970 - 1975 waren die drei Genannten für den Spielbetrieb der "Alten Herren" verantwortlich. Ab dem Herbst des Jahres 1975 übernahm der Sportfreund Wolfgang Reißenweber diese Aufgabe. Die Mannschaft bestreitet im Sommerhalbjahr 13-14 Spiele, und beteiligt sich im Winterhalbjahr an den Stadt- und Kreismeisterschaften in der Halle sowie an weiteren Hallenturnieren.

Nach der Wende und der Einheit Deutschlands wurde die BSG Sternradio Sonneberg-Köppelsdorf aufgelöst, die Sektion Fußball wurde in 1. FC Köppelsdorf 1910 e.V. umbenannt, und als reiner Fußballverein in das Register eingetragen.

Die  1. Mannschaft spielte in der Kreisliga. 2007 folgte der Abstieg in die 1. Kreisklasse. Die 2. Mannschaft spielte in der 2. Kreisklasse. Sie wurde wegen Mangel an Spielern 2008 vom Spielbetrieb zurückgezogen.

Der Wiederaufstieg konnte 2007/08 auch deshalb nicht erreicht werden, weil nach dem Abstieg viele Leistungsträger den Verein verlassen haben, und weitere Spieler aus Altersgründen ausgeschieden sind. Es musste aus dem noch vorhandenen Spielerbestand eine neue Mannschaft aufgebaut werden. Für die Saison 2008/09 wurde mit Jagdshof eine Spielgemeinschaft gebildet. Die Saison wurde mit dem 3-letzten Tabellenplatz abgeschlossen. Für die Saison 2009/10 wurde wieder eine reine Mannschaft des 1. FC Köppelsdorf gemeldet.

Die Nachwuchsentwicklung wurde nach 1990 ebenfalls neu organisiert. Bis Mitte 1993 wurden mäßige Ergebnisse erreicht. Eine Veränderung war dringend notwendig. Mitte 1993 übernahm der Sportfreund Hans Oberrender die Aufgabe des "Jugendleiters" und Karl Hermann die Funktion des Trainers. Beide haben für die Spielserie 1993/94 zwei Mannschaften gemeldet.

In den Folgejahren bis 2004 wurden unter der Leitung von Hans Oberrender für alle Altersklassen Mannschaften gemeldet.

Im Zeitraum nach 1990 wurde traditionell gute Seniorenarbeit geleistet. Nicht nur auf dem Großfeld, aber auch in der Halle wurden viele Pokale und Meisterschaften erreicht. Es bestehen spielstarke Mannschaften über 35 und über 45 sowie über 55.

Im Jahr 2010 begeht der 1. FC Köppelsdorf sein 100-jähriges Bestehen. Die Vorbereitungen der Feier, welche vom 04.06. bis 06.06. 2010 stattfinden soll haben begonnen.

Vom Rechtsträger Stadt Sonneberg wurde diesbezüglich der Bau eines neuen Sportlerheimes zugesagt. Die Projektierung ist abgeschlossen und die Finanzierung ist gesichert.

Spatenstich

Am 29.10.2009 fand der 1. Spatenstich zum Bau eines neuen Sportlerheimes statt.