Neues vom Sportmuseum

Na, schon jemanden erkannt?
Im Sportmuseum kamen Olympiamedaillen-Gewinner zusammen

Obere Reihe von links: Roland Wieser (Geher), Nils Brembach und Christopher Linke (beide aktive Geher),
Hans-Georg Reimann (Geher), Jutta Kirst (Hochspringerin), Bärbel Reinagel, geb. Mayer (Sprinterin), Brigitte
Wujak, geb. Künzel (Weitspringerin.
· Mittlere Reihe: Ronald Weigel (Geher), Kurt Hartung (Marathonläufer),
Hagen Pohle (aktiver Geher), Ilona Slupianek-Longo (Kugelstoßerin), Klaus Beer (Weitspringer), Monika Zehrt

 

Sie alle haben deutsche Sportgeschichte geschrieben: Rund 20 olympische Medaillengewinner aus der Leichtathletik-Abteilung des
SC Dynamo Berlin kamen kürzlich im Marzahn-Hellersdorfer Sportmuseum zusammen. Unter ihnen Größen wie 400-Meter-Läuferin
Monika Zehrt, die Geher HansGeorg Reimann, Christoph Höhne und Roland Wieser, Kugelstoßerin Ilona Slupianek-Longo, Hürdenläuferin Gisela Birkemeyer (geborene
Köhler) und Weitsprung-Ass Klaus Beer, der 1968 in Mexiko im Schatten des 8,90 Meter weiten Jahrhundert-Satzes von Bob Beamon immerhin 8,19 Meter sprang und sich
hinter dem US-Amerikaner die Silbermedaille sichern konnte.
Ehrengast der Veranstaltung war die 90-jährige Inge Utecht. Sie gilt bis heute als erfolgreichste Leichtathletik-Trainerin der Welt.
Den Altersdurchschnitt der Teilnehmer drückten Christopher Linke, Hagen Pohle und Nils Brembach. Die Geher vom SC Potsdam
repräsentierten an diesem Nachmittag gewissermaßen die olympische Zukunft. Alle drei haben die Qualifi kation für Rio de Janeiro geschafft
und bereiten sich nun intensiv auf das Großereignis vor.


OLYMPISCHE ERINNERUNGEN
Das Treffen ist eine gute Gelegenheit, alte Erinnerungen aufzufrischen, freute sich Jutta Kirst über das Wiedersehen mit ihren
alten Trainingskollegen und anderen Sportgrößen. Die Hochspringerin war aus dem sächsischen Freital angereist und hatte im Vorfeld
der Veranstaltung ihre alte Wirkungsstätte, das Sportforum Hohenschönhausen, besucht.Das
Männer-Internat hat sich kaum verändert, aber die Sportanlagen sind sehr schön geworden, so das Urteil der Bronzemedaillen-Gewinnerin von 1980.
Sportmuseumsleiter Wolfgang Turowski, der gemeinsam mit dem Geher Uwe Tolle das Wiedersehen der Leichtathleten arrangiert hatte,
durfte sich nicht nur über jede Menge Lob für eine rundum gelungene Veranstaltung freuen. Er erhielt von den prominenten Besuchern auch
einige neue Exponate für seine Ausstellung. Monika Zehrt etwa, die von den Sommerspielen 1972 in München Gold im 400-Meter-Einzel und mit der Staffel nach Hause
gebracht hatte, spendete eine ihrer Weltrekordplaketten. Es ist schön, dass so etwas wie das Sportmuseum hier in Marzahn-Hellersdorf
existiert. Das sollte man unterstützen, befand die 63-Jährige. CD

 

Eisheiliger stellt sich vor

 

Der weltweit erfolgreichste Eisschnelllauftrainer Joachim Franke ist nächster Gesprächspartner in der Reihe Zu Gast im Sportmuseum.

Der 75-jährige hatte seine sportliche Karriere 1954 in seiner Heimatstadt Weißwasser als Eishockeyspieler begonnen.

Bis 1968 bestritt der Ausnahmesportler mit dem DDR-Nationalteam 127 Länderspiele und nahm an 6 Weltmeisterschaften teil,

bevor er die Lausitzer Mannschaft als Trainer zu 4 Meistertiteln in Folge führte.

Als Eisschnelllauftrainer formte Franke in Berlin 34 Jahre lang Spitzensportler, die insgesamt 18 olympische Medaillen,

66 Podestplätze bei Weltmeisterschaften und 21 Gesamtweltcupsiege errangen. Aus seiner folgerichtig Der Goldschmied betitelten Autobiografie wird Franke den Besuchern Kostproben vortragen.

Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 16. Oktober 2015, ab 18.00 Uhr im Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf, Eisenacher Straße 121 in 12685 Berlin (neben den Gärten der Welt) statt. Anmeldungen bitte bis 13.10.2015 bei Bezirkssportbund MaHe, Tel.: 56 49 70 32 oder Mail: bsb-mahe@freenet.de

 

Flyer zur Veranstaltung zum Download als PDF Datei Bitte Klicken

 

 

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Bewegende Sportlerehrung

 

Zu einer feierlichen Gedenkveranstaltung für Erika Zuchold haben sich im Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf 40 ehemalige Turnerinnen und Turner, Trainer, Kampfrichter, Sportfunktionäre und Freunde des Sports getroffen. Sie erwiesen der Doppelweltmeisterin, Gewinnerin mehrerer olympischer Medaillen und 14-fachen DDR-Meisterin die Ehre, die am 22. August 68-jährig in Paraguay im Kreise ihrer Familie verstorben war. 

Redner würdigten die bemerkenswerten Erfolge der Verstorbenen als Turnerin in Leipzig Leipzig und in der DDR-Nationalmannschaft sowie nach ihrer sportlichen Laufbahn als bildende und darstellende Künstlerin. In ihrer kaum vergleichbaren Persönlichkeit seien Wille, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Nachdenklichkeit, Kreativität und Dynamik in einer einmaligen Symbiose vereinigt gewesen.

Während der Gedenkfeier erinnerten Videos u. a. an die Schwebebalkenkür zur WM 1970 in Ljubliana und an ihre großen Momente bei den Olympischen Spielen von Mexiko-City und München. Die Anwesenden waren sich einig, dass Erika Zuchold als eine der vielseitigsten und elegantesten deutschen Turnerinnen aller Zeiten in Erinnerung bleiben wird.

2005 war Erika Zuchold in die renommierte International Gymnastics Hall of Fame in Oklahoma-City (USA) aufgenommen worden. Seit 2006 trägt die Turn-Talentschule des Deutschen Turnerbundes  in Leipzig ihren Namen.

                                                                  

 

 

 

 

 

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Sportliche Weltklasse (16.12.2014)

 in Marzahn

Erlebt im Berliner Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf

Fast ein Dutzend Sportlerinnen und Sportler der absoluten Weltklasse, dazu Trainer mit Rang und Namen waren der Einladung von Wolfgang Turowski, dem Leiter des  imposanten Sportmuseums  im Haus des Sports in Berlin-Marzahn/Hellersdorf kurz vor Weihnachten zu einem Wiedersehenstreffen gefolgt.

Er konnte elf einstige Stars aus neun Sportarten - Olympiasieger, Weltmeister und olympische Medaillengewinner par excellence sowie Trainer - begrüßen, von denen einige im Stadtbezirk groß geworden sind oder jetzt hier wohnen. Die Idee, ein solches bisher einzigartiges Treffen zu organisieren, fand der Museumsmacher  durch ein Buch von dem 2013 leider verstorbenen Berliner Sportenthusiasten Manfred Witter.Sportliche Weltklasse heißt die im Vorjahr im thüringischen Wehry-Verlag erschienene Lektüre. Darin kommen 40 Sportstars aus ganz Deutschland zu Wort. Von der Hochspringerin Rosemarie Ackermann, die als erste Frau der Welt 1977 die 2,00 m überquerte, bis zum Eishockey-Idol Joachim Ziesche. Spannende und amüsante Anekdoten geben darin auch die einstigen BRD-Asse der Leichtathletik Heinz Fütterer, Manfred Germar oder Martin Lauer sowie die Wintersportler Georg und Dieter Thoma zum Besten.

Eiskunstlaufsternchen Christine Stüber-Errath, Weltmeisterin und Olympiadritte - auch bekannt als ehemalige Moderatorin aus der TV-Sendung Außenseiter Spitzenreiter führte in ihrer charmanten Art durch das Programm mit Unterhaltung, Musik und Tanz. Und sie interviewte die prominenten Gäste

Gekommen waren Wolfgang Behrendt, Box-Olympiasieger 1960, Birgit Radochla, Turn-Olympiazweite im Sprung und Mehrkampf-Vierte 1964, Dr. Thomas Köhler, Olympiasieger 1964 und 1968 im Rennschlittensport, Maritta Grießig (Bauerschmidt), Turn-Olympiadritte mit der DDR-Riege 1968, Joachim Ziesche, Eiskockey-EM-Dritter 1966, Olympiateilnehmer 1968 und bei acht WM dabei, Manuela Leupold (Groß), 1972 und 1976 mit Uwe Kagelmann Eiskunstlauf-Olympiadritte im Paarlaufen, Gunhild Hoffmeister, Olympiazweite über 1500 m 1972 und 1976 dazu Dritte über 800 m (1972), Reinhard Gust, 1970 mit dem Berliner Baby-Achter Ruderweltmeister und 1972 Olympiazweiter im Vierer mit Steuermann, Jacqueline Schubert (Börner), Mehrkampf-Weltmeisterin 1990 im  Eisschnelllauf, Olympiasiegerin 1992 über 1500 m.

Klaus Petersdorf überreicht Museumschef Wolfgang Turowski einen Erinnerungsteller vom Deutschen Fußball-Verband der DDR

Schließlich gehörten zu den Gästen auch Top-Trainer wie Joachim Franke, der weltweit erfolgreichste Eisschnelllauf-Trainer, dessen Schützlinge  u. a. 18 olympische Medaillen (9x Gold) und 23 WM-Titel errangen, Lutz Landgraf, Trainer des Turn-Olympiasiegers Andreas Wecker, Thomas Schubert, Eisschnelllauf -Trainer von Jacqueline Börner und Jenny Wolf, Klaus Petersdorf, früherer Olympia- und Nationaltrainer im Fußball. Letzterer trug eine Neuauflage des bisher nicht veröffentlichten Rotkäppchen-Gedicht aus dem Nachlass seines verstorbenen Bruders Jochen, dem großartigen Satiriker, vor und strapazierte die Lachmuskeln der Zuhörer. 

Christine Stüber-Errath im Gespräch mit Joachim Franke, der dem Museum einen Eisschnelllauf-Rennanzug spendete

Manuela Leopold (Groß) erweiterte die Zahl der mehr als 5000 Exponate des Museum mit ihrem Originalkleidchen von Olympia 1976. 

Jacqueline Schubert (Börner) und Manuela Leupold (Groß) - Weltelite auf dem Eis

Für weihnachtliche Stimmung sorgten nicht nur ein üppiger Geschenkebasar und die erstmals im Sportmuseum eingesetzte Livemusik, sondern auch das Zusammentreffen von Überraschungsgast Jenny Wolf mit einem kleinen Fan aus ihrem Heimatbezirk Marzahn. 

Jenny Wolf beschenkt den jungen Eisflitzer Daniel Wolgast mit elf Autogrammkarten ihrer Karriere und einem Foto

Die Eisschnelllauf-Olympiazweite von 2010 und fünfmalige Sprint-Weltmeisterin war eine Woche zuvor aus Kanada angereist, um in Berlin für ihre außergewöhnliche sportliche Karriere geehrt zu werden. Gern hatte sie kurzfristig dem Anliegen der Veranstalter zugesagt, dem 12-jährigen Daniel Wolgast einen lang gehegten, großen Wunsch zu erfüllen.

Die Weltklasse kompakt - von rechts: Wolfgang Behrend, Joachim Ziesche, Manuela Leupold-Groß, Thomas Köhler, Klaus Petersdorf, Joachim Franke, Birgit Radochla, Jacqueline Schubert (Börner), Jenny Wolf, Christine Stüber-Errath, Gunhild Hoffmeister, Maritta Grießig (Bauerschmidt), Reinard Gust. Vorn in der Mitte der kleine Daniel, nicht auf dem Foto Lutz Landgraf.

Bliebe noch zu erwähnen, dass zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Spendengelder aus der Museumskasse diesen Jahresabschluss  ermöglichten, der seine Fortsetzung finden soll.

 

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Zwischen Zieleinlauf und Neustart

Wenige Tage vor ihrer Abreise zu einem einjährigen Aufenthalt in Kanada, zu der sie ihr Mann eingeladen hat, besuchte die ehemalige Eisschnellläuferin Jenny Wolf das Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf. Um es vorweg zu nehmen: Ehemalige zu sagen fällt nicht nur in Anbetracht des kurzen Zeitraums seit ihrem letzten erfolgreichen Wettkampf in Heerenveen schwer, sie verwies auch auf ihre Hoffnungen, in einer der Shorttrackhallen von Toronto oder auf zugefrorenen Seen  vielleicht sogar bei einem Marathon  betätigen zu können.

                                                                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Museumschef Wolfgang Turowski zeigte sich auf die Veranstaltung gut vorbereitet und spannte den Bogen von Jennys ersten Schlittschuhaktivitäten Mitte der 1980er Jahre auf Pfützen in ihrem Marzahner Wohngebiet, über sportliche und private Höhepunkte bis zum letztmaligen Zieleinlauf. Der Gast, aber auch Mutti Wolf ergänzten fleißig mit Hinweisen und kleinen Episoden, so dass den Besuchern ein kurzweiliger Abriss einer über 25-jährigen Sportkarriere geboten wurde. Heiterkeit im Rund beispielsweise, als Jenny zum Thema Modenschau der vielen unterschiedlichen Rennanzüge, die sie in ihrer Laufbahn getragen hat, erklärte, dass das Anziehen vor Aufregung vor dem Start immer schwieriger gewesen sei als das Ausziehen vor Erschöpfung danach.

Bevor der Gastgeber dem Publikum die Möglichkeit gab, Fragen beantwortet zu bekommen, verwies er auf das besondere Angebot des Lichtenberger Sporthotels KOLUMBUS, in der von Jenny mitgestalteten Eisschnelllaufsuite nächtigen zu können.

Als Gag bekam die nur wenige Schritte davon entfernt Wohnende einen Übernachtungsgutschein überreicht. Ernsthafter gemeint die Frage eines Besuchers, ob sich künftig dem Nachwuchs zuwenden zu wollen ein Hinweis auf Familienplanung sei. Die Aussage beziehe sich zunächst auf Überlegungen, ehren- oder hauptamtlich im Eisschnelllaufverband tätig zu werden. Natürlich wurde auch das Thema Sotschi nicht ausgespart und entgegen den Medienverbreitungen überwog das Lob für die Organisatoren und Sportstätten den einschränkenden Bewertungen. Wer so oft wie sie in Heerenveen und anderen Eisschnelllauf-Hochburgen der Welt gestartet sei, habe bei den Olympischen Spielen die einheizende Stimmung vermisst.

Schön, dass sich die 35-jährige in diesem Zusammenhang auch zu ihrer Beziehung zu Claudia Pechstein äußerte: Da wir zwar im gleichen Verein, aber in zwei verschiedenen Trainingsgruppen aktiv waren, hatten wir nur in Trainingslagern und bei Wettkämpfen intensivere Kontakte und die waren immer sehr gut. Auch vom so genannten Zickenkrieg in Sotschi habe sie aus unmittelbarer Nähe im Unterschied zu den Medien nichts mitbekommen. Interessanter die Frage, wie sie Stürze verkraftet habe. Jenny wies darauf hin, dass ein Hinfaller im Jahr für sie Pflicht gewesen sei. Mit dieser mentalen Einstellung habe man sich relativ gelassen der entsprechenden Videoaufzeichnung zuwenden können. Schließlich hätten zumeist nur ein technischer oder ein Eisfehler die Ursache sein können. Oder ich war zu schnell...

Ganz ohne Stürze wird sich Jennys neue Karriere in Kanada vielleicht nicht vollziehen. Tröstend, dass sie auch in Berlin das Shorttracking als Spezialübung für Kurventechnik stets im Programm hatte. Vielleicht war sie genau deshalb in vielen Wettbewerben ihrer Laufbahn besser als die Konkurrenz. Mit der Aufnahme in die Galerie der Ehre des Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf fand die herausragende Sportlerin eine bleibende Würdigung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Betty Heidlers erster Wurf in London für das Marzahner Sportmuseum

Meine Besuche im Sportmuseum sind seltener geworden. Werner Ambrasat hat sich bereit erklärt, sich verstärkt um die Öffentlichkeitsarbeit und organisatorische Dinge zu kümmern. Und das ist gut so. Er ist übrigens auch Laptopwerker.

Diese Woche war ich wieder einmal dort. Wolfgang Turowski wusste einige Neuigkeiten zu berichten. Etwas sehr Erfreuliches: Betty Heidler, die vor Wochen das Museum besucht hatte und dort in die Galerie der Ehre aufgenomnmen wurde, war über Osterern wieder hier. Auf einem London-Poster, das Gerhard Claar für das Museum mitgebracht hatte, schrieb sie liebe Worte. Und: Sie widmet ihren ersten Versuch beim Hammerwurf-Wettbewerb in London dem Sportmuseum! Ist doch klar, dass jetzt noch einmal so stark die Daumen gedrückt werden.

Turo berichtete auch von einem Besuch im Berliner Sportmuseum im Olympiastadion. Man einigte sich auf freundschaftliche Zusammenarbeit und Austausch von Informationsvitrinen. Da darf man wohl gespannt sein.

Und auch ein neues Stück ziert den Versammlungsraum. Junge Leute aus dem Haus des Sports haben das Skelett für ein Kajak zusammengebastelt. Eine sehr schöne Arbeit.

 

Leider mussten zwei Termine abgesagt werden. Der geplante Kraftsportwetbewerb Museumspower am 28. April und der Talk mit Fußballtrainer Heinz Werner am 5. Mai müssen ausfallen. Das erstere mangels an Beteiligung. Der Fußballexperte leitet kurzfristig zur gleichen Zeit ein Turnier in Vietnam. Der Termin wird aber nachgeholt. Und trotzdem gibt es im Haus des Sports mit seinem Museum am 5. Mai ein sportliches Highlight. Der Wuhltetallauf wird zu seinem 30. Jubiläum erstmals hier gestartet. HB

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Sie würde gern die Fahne tragen

Betty Heidler ist jetzt die Nachbarin von Täve Schur. In der Galerie der Ehre des Sportmuseums Marzahn-Hellersdorf. Heute war die gebürtige Marzahnerin in ihrer Heimat zu Gast. Empfangen von einem freudigen Bahnhof - eben von soviel Interessenten und Fans, wie sie nun mal ins kleine Sportmuseum passen.

Sogar Bezirks-Bürgermeister Stefan Komoß ließ es sich nicht nehmen, dem Weltstar der Leichtathletik seine Aufwartung zu machen und sie in die Galerie zu geleiten. Die jetzige Polizei-Hauptwachmeisterin aus Frankfurt am Main wurde nach Günter Haering, dem Begründer des Sports in Marzahn, dem leider verstorbenen SAT.1-Sportchef Michael Lion, dessen Sportarchiv seine Wittwe dem Museum übereignete, nach Täve Schur, nun in die Galerie der Ehre aufgenommen. Eine lokale Form der Würdigung für besonders verdienstvolle Ehemalige oder Aktuelle des Sports im Bezirk oder herausragende Förderer des Museums.

Es ist die erste Frau an dieser Ehrenwand. Eine der aussichtsreichsten deutschen Teilnehmerinnen für Olympia in London. Dass das ein besonderer Hammer war, ist nicht nur eine Floskel. Betty Heidler ist die Weltrekordlerin in dieser leichtathletischen Disziplin. Und so waren sie alle gekommen, Vetreter des Abgeordnetenhauses und des Landessportbundes, die Fans, ehemaligen Trainer und Sportkameraden, um ihr alles Gute für London zu wünschen. Auch ihre Eltern, die Großeltern, der Bruder kurz die gesamte Familie - sowie ihr erster Übungsleiter Ronald Brauer und ihr erster Hammerwurf-Trainer Bernd Mädler sowie derjenige, der die Hammer-Karriere beim 1. VfL Fortuna Marzahn in die Wege leitete: Hans-Jürgen Stephan.

Laptopwerker Hans-Jürgen Zeume moderierte das Gespräch mit der Hammerfrau mit viel leichathletischem Insiderwissen. Doch die wohl interessantesten Fragen kamen aus dem Auditorium. Ob sie gern in London bei Olympia die deutsche Fahne tragen würde. Und ob sie es sich vorstellen könne, zu gegebener Zeit wieder nach Berlin zurückzukehren. Beidesmal gab es ein klares Ja. Durch sie wurde diie Galerie der Ehre im Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf noch wertvoller. HB

 

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LAUDATIO

von LAPTOPWERKER HANS-JÜRGEN ZEUME

anlässlich der Eröffnung der Ausstellung zum 75. Geburtstag von Skisprung-Olympiasieger Dr. Helmut Recknagel am 9. März im Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf

Ich habe mehr als zwanzig Jahre als Redakteur des Deutschen Sportechos auch über das Skispringen schreiben dürfen. Nun soll ich zur Eröffnung dieser Ausstellung zum bevorstehenden 75.Geburtstag von Dr. Helmut Recknagel fünf Minuten sprechen, obwohl ich den Nagel wie ihn seine Kameraden riefen, habe nie live springen gesehen. Eigentlich müßte das mein früherer stellvertretende Chefredakteur Gerhard Lerch tun. Als er von Recknagels triumphalen Olympiaerfolg berichten sollte, verweigerten Bürokraten des US-Außenministeriums ihm die Einreise in das angeblich so freie Amerika und verstießen gegen alle Regeln der olympischen Charta.

Im Speicher meines Computers zu Hause habe ich von vier Rivalen Helmut Recknagels deren Wertschätzungen besonderer Art eingelagert für das Laptopwerk, für das ich in diesen Wochen in einer Zeitenreise unterwegs bin. Der Norweger Thoralf Engan, der olympische Sieger von 1964, bemerkte in seinem Beitrag: In Norwegen wird über Recknagel nicht geredet, daß er ein DDR-Skispringer war. Für viele war er ein Sonderfall des Skispringens.

Leider schon verstorben ist Torbjörn Yggeseth, der Düsenjägerpilot der norwegischen Armee und später auch der SAS als Zivilflieger und zugleich Vorsitzender des Sprunglauf-Komitees der Weltskisportfö-deration:Recknagel war ein dediktierter Springer, ein Geschenk für den Skisprung. Er war sein Leben, und er war extrem beim Training aktiv.

Mit dem Finnen Niilo Halonen hat sich Helmut Recknagel seinen großen olympischen Kampf 1960 geliefert und wurde nach seiner Laufbahn Rennleiter und Weltcup-Direktor in der FIS: Obwohl Helmut so viele internationale Siege erreicht hat wäre er eine richtige Legende geworden, wenn damals schon der Weltcup existiert hätte. Sicher hätte er eine schöne Siegesserie hingelegt. Trotzdem ist er einer der allergrößten in der Geschichte des Skisprungs.

Und Grüße erreichten mich auch aus Oberstdorf von Max Bolkart, der die Vierschanzentournee gewann als Recknagel politisch ausgeladen war:Wir Springer untereinander, aus der DDR und der Bundesrepublik, hatten immer ein gutes Verhältnis und nie Probleme wenn wir allein waren. Für mich war Recknagel ein Riesentalent, sehr nervenstark und zum richtigen Zeitpunkt immer in Hochform.

Eigentlich könnte ich jetzt mit den Belobigungen aufhören. So werden einige von ihnen sicher denken. Ich habe in meinem beruflichen Leben oftmals Helmut Recknagel an den Schanzen interviewen können und ich war auch zu Hause bei ihm in der Karl-Marx-Allee. Er war nun Doktor der Veterinärmedizin, aber auch als Sprungrichter oder als Ehrengast wieder zum Skisprung zurückgekommen.

Helmut war aber auch Mitglied des NOK der DDR und des Friedensrates seiner Republik. Er fühlte sich nicht nur als Botschafter des Skisprungs. Helmut war eigentlich schon immer ein global denkender Mensch. Keiner konnte ihm verbieten in Zeiten des kalten Krieges in die Radio- und TV-Kabinen der Berichterstatter aus den NATO-Ländern zu gehen und dort seine Eindrücke und Erinnerungen zu formulieren. Und seine Souveränität hat er sich erhalten.

Und das ist eigentlich bis auf den Tag so geblieben, daß er einem Gespräch, einem Interview, einem Händedruck, einem Autogramm-wunsch, einer Plauderei nicht aus dem Weg geht. Was ich an ihm immer bewundert habe, das war sein unglaubliches Gedächtnis.

Ich hoffe, daß wir ihn heute abend auch im noch immer jungen Sportmuseum in Marzahn-Hellersdorf so erleben können. Ich wünsche ihnen allen einen angenehmen Aufenthalt und Helmut im speziellen gute Form mit beiden Armen nach vorn. Und bitte ohne Sturz wie jüngst bei einem anderen Auftritt.Ein alter Sportecho-Reporter hat davon berichtet. Und der muß es ja wissen, obwohl auch der Recknagel nie als Wettkampfereignis erlebt hatte.

    

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Als der Genosse Wachstum half

Theoretisch war sie eine "alte Bekannte von mir. Praktisch aber waren wir uns außer bei irgendwelchen offiziellen Anlässen noch nie begegnet. Heute weilte Gunhild Hoffmeister (67) im Marzahner Sportmuseum. Um sich hier einmal umzusehen und auch Gespräche zu führen.

Zur Selbstverständigung: Olympiazweite über 1500 m bei Olympia 1972 und 1976, Olympiadritte auch 1972 über 800 m; Europameisterin 1974 über 1500 m. Ihre Erfolgskoordinaten sind also bekannt. Für mich war es besonders interessant, diese Frau einmal näher kennen zu lernen und zu erfahren, wie sie das alles selbst und heute so sieht.

                                                                                                                

Sie hat gute Voraussetzungen für einen sympathischen Menschen, denn sie stammt aus Forst in der Lausitz. Und Lausitzer kann ich schon immer gut leiden. Ich erfuhr, dass sie nie an einer Kinder-und Jugendsportschule (KJS) gewesen ist, aber an einer solchen trainiert hat. Und das ging so: Mit 18 war sie schon als Lehrerin für Deutsch und Sport an einer Schule tätig. Und als man ihr Lauftalent bei anderen Anlässen erkannte, wurde sie ermutigt, das auch ernsthaft zu trainieren. Da bot sich die KJS an, die es damals in Forst noch gab. Grundlagen waren auch eine vielseitige sportliche Ausbildung durch Jungens als Spielgefährten und die Landwirtschaft der Großeltern. Als Jugendliche, so verriet sie, habe sie die beiden 60-iger DDR-Olympiasieger Helga Haase und Helmut Recknagel auf einem Bild im Mädchenzimmer "miteinander verkuppelt".

Aber wie das beim DTSB so war, wer durch die Roste fiel, hatte es schwer. Mit 1.38 m Körpergröße in der achten Klasse galt sie als nicht für den Leistungssport geeignet. Da kam ihr der "Genosse Wachstum" zur Hilfe. Inerhalb von zwei Jahren schoss sie auf 1,70 m in die Höhe. Unbändiger Ehrgeiz, zwei gute Trainer erst Werner Birnbaum, dann Friedrich Janke und sie gehörte bald zur internationalen Spitzenklasse. Nicht zu vergessen: Gunhild Hoffmeister wurde 17 mal DDR-Meisterin und darauf ist sie besonders stolz, sechsmal im Doppelpack, 800 und 1500 m.

Die langjährige Cottbuserin und jetzige Berlinerin verhehlt nicht, dass sie mit DTSB-Präsident Manfred Ewald gut konnte. Was auch vor der Wende ihren beruflichen Werdegang nach dem nicht ganz freiwilligen Abschied von der akiven Laufbahn beeinflusste. Erst Stellvertretende Direktorin an der KJS Cottbus, dann ebenso im damals neu erbauten Sport- und Erholungszentrum in Berlin.

Da Letzteres nicht ihr Traumjob war, wechselte sie zu Beginn des Wendejahres in die DTSB-Zentrale in der Storkower Straße. Dort wurde sie unter anderem zur DDR-Delgationsleiterin für die Friedensstafette Paris Berlin Moskau ernannt. Da sie damals (nicht mehr) Reisekader war, durfte sie erst in Berlin zusteigen. In Moskau erlebte sie dann Dinge, als sei sie im falschen Film. Darüber wollte sie zu Hause berichten. Aber niemand wollte solche Berichte haben bzw. zulassen. Was dazu führte, dass sie ihr Parteibuch hinwarf. Es aber einige Zeit später für kurze Zeit wieder holte.

Sie zählt nicht zu jenen, die nur über die vergangenen Zeiten mit Bedauern jammern. Eher zu jenen, die genau wissen, was alles so falsch lief. Ich war mal rot, bin jetzt immer noch, aber erwas weniger rot sagt sie. Und meint, dass als Alternative zur jetzigen Situation in der Gesellschaft doch irgendwann irgend etwas kommen wird. Von ihr befinden sich unter anderem etliche Fotodokumente im Sportmuseum. Ein genaueres Bild von ihr kann ich mir aber erst seit heute machen.
HB

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Florians Geburtstag

Sonntag, 11.Dezember, nachmittags. Nicht vergessen. DDR-Sportreporterlegende Heinz Florian Oertel hat seinen 84. Geburtstag.

Wo ist die nicht öffentliche Telefonnummer? Anruf, nachmittags:
Turowski.

Ah, der Sportfreund Turowski aus Marzahn...
Ich möchte Ihnen im Namen aller Teilnehmer des Forums Weihnachtspaket im Sportmuseum herzlich zum Geburtstag gratulieren...
...Sportfreund Turowski, da habt Ihr ja was Gutes angerührt. Ich bin jederzeit bereit, Euch weiterhin zu unterstützen...

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Koffer aus Dresden

Montag, mittags, ein Sportfreund Werner Fritzsche aus Dresden, noch immer aktiver Schwimmer, hat sich angesagt. Er bringt einen Koffer voller Überraschungen mit. Darunter sind zwei besondere Bücher. Das eine Carl Diem, Poesie des Sports enthält auch einen besonderen Eintrag Marianne Georgi in alter treuer Freundschaft Carl Diem Weihnachten 1957 und war Teil des Nachlasses von Paul und Therese Göldner. Das andere Buch titelte Fr.Kozik Zatopek in Fotografien ,auch das enthielt schlicht und makellos geschrieben das Original-Autogramm - von Emil Zatopek.

Für junge Leser des Laptopwerk. Zatopek war Olympiasieger im Langstreckenlauf 1948 und 1952, Carl Diem Erfinder des olympischen Fackellaufs zur Eröffnung der Spiele 1936 in Berlin, deren Generalsekretär er war. Wir wissen, was wir von ihm zu halten haben.

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Betty Heidler wird kommen

Mittwoch, vormittags, Anruf des Sportamtes Marzahn-Hellersdorf im Sportmuseum.

Wie ist denn Eure Veranstaltung gelaufen. Wir haben schon von Leuten gehört, das sie sehr gut gewesen sein soll.

Wenig später kommen Medienmacher des Fördervereins und des Online-Dienstes Laptopwerk. Die nächsten Veranstaltungen werden fixiert. Betty Heidler will dem Sportmuseum einen Besuch abstatten, dann steht der 75.Geburtstag von Dr.Helmut Recknagel an. Und man prüfe einen Erfahrungsaustausch mit den Machern des Berliner Sportarchives am Olympiastadion...

Die Zeit ist knapp für den Schreibenden. Abends wird der Vorstand des VfL Marzahn erwartet. Und eine Menge seinerVereinsmitglieder. Rund 40 wollen zur Jahresab-schlussßveranstaltung kommen. Da gibt es nicht nur Reden und Diskussionen...

Wolfgang Turowski mit seinem Co. Reinhard Riedel richtet den Showroom des Sportmuseums besonders her...Ich habe noch 17 Tage Urlaub in diesem Jahr, gibt er mir mit auf den Weg.Wann soll ich die nehmen?-

zz 14-12-2011

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Oben. Die kubanischen Boxhandschuhe mit den begehrten Unterschriften / unten: Eine alte Boxsportmedaille.

Fotos: Zeume

Mit dem Autogramm von "Teo"

 

 

Wie könnte es anders auch im Berliner Sportmuseum in Marzahn dominiert König Fußball. Doch danach mit sehr repräsentativen Gaben folgt schon die Sportart Boxen, fein säuberlich in Amateur- und Profi(t)-Sport getrennt. Zu den Überbringern gehören die bekanntesten Boxsportler der DDR-Journaille Dietrich Denz (ADN) und Günter Kurtz (BZ am Abend), Otto Ramin, der frühere Schweriner Olympiatrainer der Spiele 1988 für die DDR und 1992 für das wiedervereinte Deutschland. Aber auch die exklusive Bibliothek des Alt-BRD-Sportreporters Michael Lion (SAT1).

Erinnerungen an Michael Lion und Dietrich Denz


Weniger bekannt wird Andreas Pergamenter sein, einer der talentierten DDR-Halbschwergewichtler aus den siebziger und achtziger Jahren. Er stand im Finale der Junioren-EM 1978 in Dublin und siegte 1981 bei der Dynamo-Spartakiade in Havanna. Zu den kubanischen Boxern hat er immer aufgeschaut. Als Leihgabe stellte er dem Sportmuseum ein Paar Boxhandschuhe mit den Autogrammen von Teofilo Stevenson, Pablo Romeo, Jorge Broalmso, Adolfo Horten. Omar Sebastiano und Hibolito Ramos zur Verfügung.


Zwei Vitrinen bauten die Macher für die Schätze der Boxer zusammen, einen mit allen Wimpeln des weltbekannten TSC-Boxturniers, Medaillen, Plaketten und Souvenirs. Von Cheftrainer Hans-Peter Thomas stammt seine Chronik Botschafter des Amateur-Boxsports auf fünf Kontinenten. Exemplar Nummer 20 widmete er Dietrich Denz, der viele Jahre auch den Boxring redigierte und nach dem Mauerfall als begleitender Redakteur dem Wiener Kabarettisten Werner Schneyder bei dessen Kommentierungen der Kämpfe von Henry Maske im RTL-Profi-Ring zur Seite saß.


Lion und Denz leben nicht mehr, ihre boxerischen Erinnerungen stehen der Öffentlichkeit nun im kleinen Sportmuseum am Rande der deutschen Hauptstadt zur Einsicht. Gleich nebenan hat Trainer Otto Ramin seine neue Wirkungsstätte in der Boxhalle von Eintracht Berlin. Seine olympischen Jacken von 1988 und 1992 sind im Showroom ausgestellt. Raritäten sind auch sie.

 

Zz_ (hans-jürgen zeume, 9.november 2011)

   

 

Arago der Spring-Traber Kioto

Bei meinem Wochenbesuch im Marzahner Sportmuseum gab es wieder einen neuen Einblick. Die Museumsmacher hatten im Ausstellungsraum auf allen Tischen des Sitzungskarrees Sammelbände ausgelegt: Fast ein Jahrhundert Sport im Bild. Nicht zu verwechseln mit Sport BILD, die seit 1988 auf dem Markt ist.

Der älteste dieser wertvollen Bände stammt aus dem Jahre 1897. Das Blatt nannte sich SPORT IM BILD Illustrierte Zeitschrift für alle Sportzweige. Herausgegeben vom Verlag SPORT IM BILD, Pitcairn-Knowles, Simon & Co. Ges. mbH.   Dieses Exemplar gehört dem dritten Jahrgang an.



Interessiert fing ich an zu blättern. Und bereits das erste Titelbild hielt mich im Bann. Es heißt Ein gewaltiger Sprung und zeigt ein Pferd, das ohne seinen hinterherschauenden Reiter über ein Hindernis springt. Leider ist nichts über die Umstände dieses ungewöhnlichen Pferdesolos zu erfahren. Dafür aber mehr über den kühnen Springer und seinen Reiter.

Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, als ich las, dass der prächtige französische Wallach eigentlich ein Halbblut-Traber namens Kioto war. Er trabte als Zwei- und Dreijähriger zwischen 1892 und 1893 Rekordzeiten und sorgte für Rekordsummen. Fünfjährig wurde er zur Kavallerie eingezogen, da er sich nicht als Deckhengst eignete.

Aber ein pferdeverrückter Leutnant namens Dutech fand an ihm gefallen und nannte ihn Arago. Er erkannte dessen starke Hinterhand und trainierte ihn als Springpferd. 1895 gewanne beiden den Grand Prix de Paris. Aber das Traben gab Arago alios Kioto, trotzdem nicht auf. Er trabte über die Hindernisse.

Ich bin baff. Gleich die erste Story ein Volltreffer. Was mögen wohl die rund vierzig Bände Sport im Bild noch alles enthalten? Sicherlich soviel Interessantes, dass man es gar nicht alles aufschreiben kann.Aber ansehen. Jederzeit im Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf.  Wir aber werden mit unseren Geschichten dran bleiben. HB

 

Das Jackett des Generals

Kürzlich rief mich  überraschend Helmut Atzrodt an. Er war viele Jahre als nationaler und internationaler Funktionär im Gewichtheben tätig. Beispielsweise von 1962 bis 1972 Generalsekretär des DDR-Gewichtheberverbandes und von 1969 bis 1973 als erster Generalsekretär der Europäischen Gewichtheber-Föderation, die er seinerzeit in Warschau mit begründete. Ich weiß nicht mehr, wann ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Aber das erste Mal: Und das war 1969 bei einem Länderkampf in Thüringen. Wo er wie auch ich herstammt.

Der nun 83-Jährige lebt jetzt mit seiner Frau in Hönow bei Berlin. Er hatte folgendes Anliegen: Aus der Zeit seiner Tätigkeit im Gewichtheben habe er noch etliche Gegenstände und Souvenirs. Ob ich sie haben wolle oder jemand wüsste, der damit etwas anfangen könne. Da wusste ich sofort, wer dieser jemand sein würde: das Sportmuseum im Marzahn. Und so riet ich ihm, doch mal dort vorbeizuschauen. Das sei bestimmt auch für ihn interessant.

Als ich diese Woche im Museum war, berichtete man mir von seinem Besuch. Zu den guten Stücken, die Helmut Atzrodt mitbrachte, zählt auch ein Kampfrichter-Sakko. Ich schätze mal kastanienbraun. Verziert mit den Aufnähern des EWF-Generalsekretärs und einer FIHC-Kampfrichters der Federation Internationale de Halterophile et Culturiste, wie bis 1972 der internationale Verband hieß.Er gab es uns mit den Worten, dass es für die Olympischen Spiele 1972 in München vorgesehen gewesen sei. Doch er wäre dann nicht dabei gewesen....

Was damals genau passierte, ist mir nicht bekannt. Seine Nachfolger im DDR-Verband hielten sich stets bedeckt. Dafür fragte mich beispielsweise der nun  leider verstorbene erste EWF-Präsident Janusz Przedpelski aus Polen stets nach ihm. Viele Jahre wusste ich selbst nicht, wo Helmut Atzrodt abgeblieben war. Nun weiß ich es. Ich werde ihn mal besuchen. Und das wird bestimmt sehr interessant. Das Jackett des Generals weist mir den Weg. HB.

 

 

Schwere Medaillen

Helmut Atzrodt, langjähriger DGV-Generalsekretär und erster Generalsekrtär der Europäische Gewichtheber-Föderation,  brachte seine in England gefertigte Kampfrichterjacke von den Gewichtheber-EM 1969, zwei Ehrenmedaillen, eine silberne WM-Medaille Berlin 1966, eine Erinnerungsmedaille Olympia 1972 München und als Rarität eine Medaille von den  deutsch-deutschen Olympiaausscheidungen 1960 in München. Noch einiges mehr übereignete der 84jährige dem Sportmuseum und gab diese Episode zum Besten: Zu den WM 1966 vermißten die Iraker Gebetsteppiche in ihrem Quartier. Das Problem konnten wir schnell klären. Anders war es mit der neuen Nationalhymne, die nach dem Sturz des Kaisers gültig wurde. Aber das Problem lösten wir dann eilens über die Botschaft

Auch die Kognakschwenker

Frau Orczechowski übergab bei einem Hausbesuch der Museumsmacher ihren Gästen aus dem Fundus ihres verstorbenen Gatten auch eine Erinnerungsmedaille von den deutsch-deutschen Olympiaausscheidungen 1960 in Oberhof, olympische Erinnerungsschalen Gold, Silber und Bronze aus Sapporo 1972, zwei Mini-Bücher in einer Mini-Truhe des ungarischen NOK und ein gerahmtes Poster von der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 1980 in Lake Placid. Zum Schluß fragte sie schüchtern:Wollt ihr auch diese zwei Kognakschwenker von der Skispringer-Tournee der Freundschaft und vom Recknagel-Klub aus Zella-Mehlis?Wir wollen, war die Antwort.

Aus Sportecho-Zeiten

Hans Oeftger, langjähriger Sekretär der Sportjournalistenvereinigung der DDR, übergab den Mitarbeitern  des Sportmuseums zwei Beutel aus seinem Fundus. Dazu gehörte auch das Auflösungsprotokoll der Vereinigung vom 5.9.1990 in Berlin-Grünau.  Ich habe Euch auch noch ein paar Sachen aus meinen Sportecho-Jahren beigelegt. Wir haben demnächst unseren 21.Alt-Treff. Und da werde ich Euch hoffentlich begrüßen können.Das wird so sein.

 

Germina-Siegerpodest

Der 1. VfL Fortuna Marzahn übergab einen alten Germina-Turnbock und ein von der DDR-Sportartikelfirma gefertigtes Siegerpodest.Auf ihm dürfen wir keine Siegerehrungen mehr durchführen, kam die uns überraschende Begründung.

Neue Polsterstühle

Der Autor dieser Zeilen wurde bei seinem aktuellen Besuch mit einer neuen gepolsterten Bestuhlung im Veranstaltungstrakt des Sportmuseum im Haus des Sports überrascht.Wir sind der G.U.T. Consult Gesellschaft für Umwelt-und Territorialplanung sehr dankbar. Denn unsere Besucherzahlen werden immer größer, erläuterten Wolfgang Turowski und Reinhard Riedel.

(zz,31.August 2011)

 

Sportmuseum Inkognito 

Wo auf dieser Welt ist Klaus Weidt nicht schon alles gewesen? Er kennt sich am Mississippi genau so aus wie am Nil. In der Mongolei ebenso wie in der Südsee. Nur das Marzahner Sportmuseum hat er nicht gefunden. Nicht auf Anhieb.Gemeinsam mit seiner Frau Marianne wollte er dieser mittlerweile über Berliner Grenzen hinaus bekannte Einrichtung heute erstmals eine Visite abstatten. Sie hatten auch schon die richtige Richtung drauf: Blumberger Damm, Ecke Eisenacher Straße. Aber nirgendwo ein Schild Haus des Sport, geschweige denn Sportmuseum. Und so landeten sie im ersten Versuch auf dem Parkplatz der Gärten der Welt. Jemand, der sich auskannte, wies ihnen den Weg.

Und der war der gleiche wie zuvor. Dort befindet sich im Haus des Sports mit dem Sportmuseum aber quasi inkognito.Das ist wirklich ein Problem mit der Beschilderung entschuldigte sich Museumschef Wolfgang Turowski.

Wir hatten zwar schon Hinweise angebracht, nussten sie jedoch wieder abmontieren. Sie entsprachen nicht den entsprechenden Bestimmungen des Senats.Nur gut, dass sie wenigstens keine Strafe für ihre ehrenamtliche Arbeit bezahlen mussten. Für senatsgemäße Schilder fehlen uns sowohl das Geld als auch die technischen Voraussetzungen.Also müssen nicht Ortskundige weiterhin dieses Kleinod des Marzahner Sports wie mit der Kerze suchen.

Ein Glück, dass Weidts es trotzdem schafften. Sonst hätte das Museum zwei Fans weniger. Und eine Veranstaltung. Wenn die Museumsmacher einverstanden sind, wird Klaus Weidt im September aus seinem erfolgreichen Haile Gebreselassie-Buch lesen ein ganz besonders Highlight kurz vor dem erneuten Start des Marathon-Weltrekordlers in Berlin. HB.

 

Wolfgang Turowski führt Klaus Weidt durch das Sportmuseum.

In der Hand hält er ein Buch von dem weitgereisten Gast, das dieser über die DDR-Kraftsportwettbewerbe geschrieben hat.

Foto: LW

 

   
 

Leipziger Löwen setzten Spuren

Die Gäste aus der Messestadt mit Erhard Richter, der sie eingeladen hatte.

Kurt Kellner übergibt Wolfgang Turowski einige Sportraritäten aus Leipzig.

Foto: LW


 

Rolf Arne Odiin zu Gast im Sportmuseum

Rolf Arne, Du hast Glück gehabt, Du bist vor dem Recknagel hier.Der einstige Skisprung-Olympiasieger und Holmenkollen-Sieger  hatte von dem großen Auftritt seines Freundes Täve Schur

im Marzahner Sportmuseum erfahren und über seinen Manager kundgetan, er wolle da auch mal vorbeischauen. Um aus seinem Leben zu plaudern so wie ihm sein Thüringer Dialekt es erlaubt.

Er wolle vorher aber erst ein wenig zum Schnuppern kommen ehe er in die Museums-Bütt steigt.

Ein Rucksack voller Geschenke

 

Jetzt kam erst einmal Rolf Arne Odiin aus Oslo. Einer der drei Autoren der dicken Holmenkollen-Bibel. Erschienen zu den diesjährigen Weltmeisterschaften in  der aktuell leidgeprüften norwegischen Hauptstadt.

Wie auch bei Odiins vielen Begegnungen auf  dem Bierfestival bekundete Museummacher Wolfgang Turowski

dem Norweger das aufrichtige Beileid für das terroristische Geschehen dieser Tage  in seiner Heimat.

Odiin brachte einen ganzen Rucksack kleiner und großer Geschenke. Einen schicken Skianzug von den WM, den alle freiwilligen Mitarbeiter des Organisationskomitees getragen hatten, aber auch eine DVD,

die ihm sein Sohn Hendrik, selbst Online-Sportreporter bei Norwegens großer Zeitung erstellt hatte. Attraktive Aufnahmen aus 100 Jahre Holmenkollen,

per Fotos und Videos des norwegischen Fernsehens und des berühmten Holmenkollen-Museums.

 Der besondere Eintrag

 Helmut Recknagel wird sich freuen, sich aktuell auf dieser DVD wiederzusehen und auch einen Blick in die Holmenkollen-Bibel werfen zu können.

 Doch erst einmal bedankten sich die Marzahner Museumsmänner bei Rolf Arne Odiin.

Dieser nahm auch zwei Olympiabücher aus altern Zeiten mit nach Hause als Geschenk für seine kleine Bibliothek. 

Er wolle gern nächsten Jahr wiederkommen und wieder einen Sack voll Überraschungen mitbringen.

Er ließ zum Abschied Helmut Recknagel grüßen.Wir haben uns zuletzt am Holmenkollen zu seinem 70. Geburtstag getroffen als er unserer Museumsdirektorin seine Skier von 1957 überreichte,

mit denen er damals alle Norweger geschlagen hatte.  Schnell noch ein besonderer Eintrag ins  Gästebuch.Ich war damals dabei, als Ulrich Wehling 1972 in Sapporo seine erste olympische Goldmedaille gewann...(HJZ 05-08-2011)